Die Anfänge von Rammelsbach sind vermutlich im 8. oder 9. Jahrhundert zu suchen, in jener geschichtlichen Zeit der Besiedlung in der viele Orte mit der Namensbezeichnung „bach“ gegründet wurden. Da die Nachbarorte Altenglan und Kusel schon vor Rammelsbach vorhanden waren, mussten sich die Rammelsbacher Bürger mit dem begnügen, was an Land noch übrig geblieben war. So bot die von Anfang an zu kleine Gemarkung für die Entwicklung des Dorfes keine günstige Voraussetzung. Jahrhunderteland reichten die wirtschaftlichen Möglichkeiten nicht zur Bildung eines reichen und weiträumigen Ortes aus bis sich durch die Anlage des Steinbruches im 19. Jahrhundert hier ein Wandel vollzog. Für die älteste Zeit der Gemeinde sind keine Nachrichten vorhanden, da das Dorf zu unbedeutend war, als dass man ehedem von ihm Aufhebens gemacht hätte. Erst gegen Ende des Mittelalters beginnen die Quellen für die Geschichte der Gemeinde Rammelsbach allmählich zu fließen. Die erste Erwähnung von Rammelsbach findet sich im Jahre 1364, wo der Ort neben vielen anderen Orten der Umgebung zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird. Es handelt sich um die Urkunde über den Unterhalt für das Grafenpaar Heinrich III. von Veldenz und Lauretta von Sponheim. Im Jahre 1450 erscheint in den Steuerlisten von Burg Lichtenberg ein „Hans von Rammelsbach“ und somit der erste Hinweis auf Kalkgewinnung im Bereich Rammelsbach. Anlässlich einer Kirchenvisitation im Jahre 1609 wurden in Rammelsbach sieben Familien mit zusammen 27 Einwohnern gezählt. 1635 zählte das Dorf etwa 40 Einwohner, dann wurde der Ort wie die Stadt Kusel von Kroaten im Dreißigjährigen Krieg völlig niedergebrannt. Erst 1661 erfolgte erneut eine Besiedlung des Ortes. Die Haupterwerbsquellen waren Jahrhunderte hindurch der Ackerbau und die Viehzucht. Im 17. Jahrhundert wurden mehrere Kalkbergwerke und eine Ziegenhütte erschlossen. So hat es von da ab auch eine Anzahl von Kalk- und Ziegelbrennereien gegeben. Eine bedeutende wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung für Rammelsbach machte sich aber erst mit dem Aufkommen der Eisenbahn bemerkbar, denn dadurch ergaben sich für den hiesigen Steinreichtum günstige Abbau- und Transportbedingungen. 1868 erfolgte die Eröffnung der Bahnlinie Landstuhl – Kusel. So wurde der Steinabbau an den Hängen des Rammelsbacher Kopfes bis zum Jahre 2004 betrieben. Heute sind die Vorkommen von Dioritgestein (bekannt als Kuselit) am Rammelsbacher Kopf erschöpft und es erfolgt dort kein Steinabbau mehr. Lediglich am südlichen Teil des Remigiusberges auf Haschbacher Gemarkung erfolgt dieser noch. Das dort gewonnene Material wird zu dem in Richtung Altenglan liegenden Werk zur Endbearbeitung transportiert und dort für den Straßen- bzw. Bahntransport verladen.

Nachdem im Jahre 1970 das Grundigwerk eingeweiht wurde erhielt Rammelsbach die Bezeichnung Industriegemeinde. Das im Jahre 1984 geschlossene Werk der Firma Grundig wurde durch den japanischen TDK-Konzern übernommen und es wurden Audio-Kassetten und andere elektronische Komponenten gefertigt bis zur Aufgabe im Jahre 2002. Ab da haben sich kleinere Unternehmen auf dem Gelände niedergelassen und es wurde dort auch ein Supermarkt errichtet. Wichtige Ereignisse in den vergangenen Jahrzehnten waren 1954 die Errichtung einer katholischen und einer protestantischen Kirche, 1964 die neu errichtete Schule und kurze Zeit später der ihr gegenüberliegende protestantische Kindergarten der im Jahre 1994 in die Trägerschaft der Ortsgemeinde überging. Anlässlich der im Jahre 1990 erstmals begonnenen Dorferneuerung wurden die Grünanlage mit Dorfweiher, Grillhütte und Festplatz im Ortszentrum angelegt. Durch die Wegnahme von mehreren Gebäuden hat sich vor allen Dingen der Ortskern ebenfalls erheblich im Aussehen verändert.

Fazit: Heute und auch für die Zukunft ist die Ortsgemeinde Rammelsbach in Zeiten des demographischen Wandels sehr gut aufgestellt. Neben der Grundschule und dem Kindergarten hat Rammelsbach einen Bahnhof, eine gute medizinische Grundversorgung durch Allgemein- und Zahnarzt, einen weitgehend gefüllten Gewerbepark mit Supermarkt. Außerdem kann man auch auf ein funktionierendes Vereinsleben aufweisen. Die Einwohnerzahl von Rammelsbach beträgt zur jetzigen Zeit ca. 1700 Personen.

Für die Richtigkeit, erstellt durch Werner Schenkel